Kant: AA XVI, L . 178-180. IX 83-84. [Dogmatismus. ... , Seite 460

     
           
 

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    2668.   ω? (σ11?) ρ1??   L 49.   Unterer Rand, unter Nr. 2655. Wohl zum Anfang von L . 178:
 
     
  03 Um etwas zu besorgen, ist nicht nöthig, daß es warscheinlich, sondern      
  04 blos: daß es moglich sey; um aber zu hoffen, muß es warscheinlich seyn.      
  05 weil man nicht Daher die Critic nothiger ist als die Dogmatik.      
           
   

 

2669.   ω.   L 50.
 
     
  07 Dogmatism ist das blinde Vertrauen auf das Vermögen der      
  08 Vernunft, sich a priori (g ohne Critik ) durch bloße Begriffe zu erweitern,      
  09 ohne blos um des Gelin scheinbaren Gelingens derselben willen.      
           
   

 

2670.   ω.   L 50.
 
     
  11 Dogmatism ist die Denkungsart (g Maxime ), im Urtheilen selbst      
  12 derjenigen, die nicht durch Anschauung deren Begrif keiner Anschauung      
  13 fahig ist, aller Critic des Vernunftvermögens überhoben zu seyn, blos      
  14 um des scheinbaren Gelingens willen.      
           
   

 

2671.   ω.   L 50'.
 
     
  16 Das Vermeynte Gelingen in Vernunftnachforschungen (g zwar in      
  17 der Mathematik, aber darum nicht in der Vernunfterkentnis nach Begriffen )      
  18 hat den Dogmatism, d. i. die Maxime, ohne vorhergehende      
  19 Untersuchung unserer Erkentnisvermögen über Gegenstände a priori, es      
  20 mögen die der Sinne oder Übersinnliche sind, urtheilen zu können, hervorgebracht.      
  21 Aber in Ansehung der letzteren bestand das Vermeynte Gelingen      
  22 nur darin, daß man weder auf ein, wenn man nur auf keinen      
  23 Wiederspruch sties, keine Anschauung (reine oder empirische) uns wiederlegte.      
           
     

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