Kant: Briefwechsel, Brief 587, An [Johann Christoph Linck?]

     
           
 

 

 

 

 

 
  An [Johann Christoph Linck?]      
           
  30. Aug. 1793.      
           
  Ew: Wohlgebornen      
           
  hatten mich gestern kaum Verlassen, als ein      
  gewisser Hr. Boehnke, Bruder eines Kaufmanns hieselbst, Studios.      
  Theol und mein ehemaliger Zuhörer, mich besuchte und mir anzeigte,      
  daß er auf Ostern aus der Condition bey Hrn. v Kurowski auf Pehlen,      
  in welcher er drittehalb Iahr gewesen ist, treten würde, weil der      
  Iunker, den er führete, um diese Zeit ins Regiment käme. -- Ich      
  kenne ihn gnug, um ihn empfehlen zu können: habe ihm daher, ohne      
  Nennung des Nahmens, eine Condition hiesiges Orts vorgeschlagen,      
  die so gleich angetreten werden müßte, welches, wie er glaubt, auch      
  bey Hrn. v. Kurowski keine Schwierigkeit finden würde. Er hat      
  bey diesem 120 rthlr jahrlich gehabt und ich glaube, er werde mit      
  eben so viel, oder höchstens mit 400 fl. zufrieden seyn. - Da er      
  heute wiederum zu seinem Patron zurückfahren muß, so habe ihn      
  bewogen mich heute um 12 Uhr Mittags zu besuchen und meine Antwort      
  und Bescheid darüber zu vernehmen. - Ich würde ihn so fort      
  um dieselbe Zeit zu Ew: Wohlgeb. schicken, damit Sie ihn persönlich      
  kennen und allenfalls mit ihm abschließen könnten. - Hierüber erbitte      
  mir durch Überbringern nur mündlichen Bescheid und bin mit der      
  Vollkommensten Hochachtung      
           
    Ew: Wohlgeboren      
    ganz ergebenster Diener      
  Königsberg I Kant      
  den 30sten Aug.        
  1793        
           
           
           
     

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