Kant: Briefwechsel, Brief 829, Von Carl Friedrich Stäudlin.

     
           
 

 

 

 

 

 
  Von Carl Friedrich Stäudlin.      
           
  9. Dec. 1798.      
           
  Empfangen Sie, aller Liebe und Verehrung würdiger Mann,      
  meinen aufrichtigsten Dank für die ehrenvolle Zueignung Ihres Streits      
  der Facultäten an mich, wodurch Sie noch mehr gethan haben, als      
  Sie mir vor einigen Iahren versprochen haben. Schon vor einiger      
  Zeit hatte mir ein Brief, den mir Herr Lehmann überbracht hat, diese      
  Freude angekündigt und mich von Ihrem fortdauernden Wohlwollen      
  gegen mich versichert, aber erst vor einigen Tagen ist mir das Exemplar      
  Ihrer Schrift zu Handen gekommen, welches ich aus Ihren Händen      
  zu besitzen das Glück habe. Ich werde nicht aufhören, Ihre Schriften      
  zu studiren, aus ihnen zu lernen und an ihnen die Kraft des Selbstdenkens      
  zu üben. Was ich selbst kürzlich herausgegeben habe, und so      
  eben drucken lasse (meine Geschichte der Sittenlehre Iesu) will      
  ich Ihnen lieber durch eine sich zeigende Gelegenheit, als durch die      
  Post übersenden. Der Himmel segne ferner Ihr mit hohem Verdienste,      
  Ruhm und Freude geschmücktes Alter! Schenken Sie mir auch in Zukunft      
  Ihr Wohlwollen und seyen Sie meiner reinsten Verehrung versichert.      
       
           
  Göttingen, d. 9. Dec. 1798.        
    C. F. Stäudlin.      
           
           
           
           
     

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