Kant: AA XXI, Viertes Convolut Oktaventwurf , Seite 384

     
           
 

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Text (Kant):

 

 

 

 
    [Faksimile]    
  01 Wärmmaterie ist nicht etwas was flüßig ist sondern was flüßig      
  02 macht. Die äußerste Wirkung derselben ist die Zerstreuung (fuga)      
  03 aller integrierenden Theile von einander (expansio intima) indem sie      
  04 die Materie der Wärme einsaugen und von ihr durchdrungen werden,      
  05 so daß diese permanent elastisch (kalt) bleibt      
           
  06 Das blos Expansiv//flüßige enthält keine Wärme aber wohl eine      
  07 gebundene Wärmmaterie ohne die keine Ausspannung statt findet und      
  08 hat eine bloße Flächenkraft gegen eine sie begrenzende Materie z. B.      
  09 die Seifenblase welche jenes Expansum sich zu zerstreuen hindert.      
           
  10 Eine flüßige Materie ist eine Materie deren theile durch Zusammenhang      
  11 einen Korper bilden der die großte innere Beruhrung aller Theile unter einander      
  12 und die kleinste mit dem leeren Raum enthalt d. i. einen Tropfen      
  13 und das Flüßige auf die Art ist tropfbarflüßiges Die Tropfen können so groß      
  14 seyn wie man will wenn man blos auf ihre Anziehung des Zusammenhanges      
  15 sieht (allenfalls als Canonenkugeln) weil man von dem Falle durch die      
  16 wiederstehende Luft abstrahirt. Die bewegende Kraft ist auf der Oberfläche      
  17 durch deren Zusammenhang auch das innere Flüssige bis zur Bildung      
  18 einer Kugel bewegt wird. Diese Anziehung als Flächenkraft macht      
  19 auch eine mechanische Elasticität möglich so daß die Tropfen auf eine      
  20 nicht attractive Oberflache eines Korpers fallend zurückspringen. Dahher      
  21 Von dem Zusammenhange als Flächenkraft welches einem Starrseyn      
  22 ähnlich wirkt; indem die Oberfläche gleichsam gedehnt wird wie bey      
  23 Stählernen oder elfenbeinernen Kugeln.      
           
           
  24 Von dem Starrseyn (Rigiditas) der Materie. — Es enthält den      
  25 Begrif von einem durchgängigen (so wohl inneren als äußeren) Zusammenhange      
  26 der dem Verschieben derselben wiedersteht so daß ein geringer      
  27 Grad des Verschiebens (im Biegen) das Zerreissen (brechen) des Körpers      
  28 zur Folge hat und diese Starrigkeit den Nahmen Sprödigkeit bekommt.      
           
  29 Starre und zugleich sprode Körper (Stahl und Glas) springen beym      
  30 Biegen, wenn sie nicht vorher durch Glühen angelassen werden in mehr      
  31 als einem Bruch aus einander und werden (eine gewisse Art derselben      
           
    01 Linke Seite von Blei 13 , von Kant mit 10.) bezeichnet.      
    03 erst: (expansio interna) vor: intima Anfangsklammer. indem δ sie von de      
    04 werden, δ indem (?)      
    07 Wärmaterie      
    19 eine v.a. einen      
    20 Bricht ab.      
    21 Vor diesem Absatze δ: 11)      
    22 gleichsam      
    23 Stählernen δ und      
    24 Ziffer 11.) schließt auf der gleichen Seite an. Es erst: Sie      
    25 Begrif δ vom äußeren so wohl als inneren Zusammenha von versehentlich nicht ergänzt. durchgängigen Fortsetzung in dünnerer Schrift, hellerer Tinte. Anfangsklammer v.a.?      
    26 der δ das gringer      
    27 Biegen) δ mit das v.a. dem ?      
    28 diese v.a. die      
           
           
     

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